Dienstbeginn

Nun sind über zwei Wochen rum und ich habe schon einiges erlebt. Dieser Post soll einen ersten Eindruck geben, was für Aufgaben ich zur Zeit in der Te Ra habe. Doch fangen wir ganz am Anfang an:

Im Norden der Südinsel Neuseelands: Marlborough Sounds
Im Norden der Südinsel Neuseelands: Marlborough Sounds

Nachdem ich kurz vor der Sicherheitskontrolle ein letztes Mal meinen Eltern am Hamburger Flughafen hinterher gewunken habe, war klar, ab jetzt bin ich für eine lange Zeit auf eigenem Fuß unterwegs. Das war ein Gefühl von Glück und Heimweh zugleich. Ich flog 31 Stunden über Dubai, Bangkok und Sydney nach Wellington, wobei ich in Bangkok mit der gleichen Maschine weiterflog (aber trotzdem aussteigen musste). Das Einchecken und Umsteigen an den verschiedenen Flughäfen war leichter als gedacht, und so kam ich am Freitag (04.08.17) glücklich in Wellington an.

Läuft man da durch, ist man in 5 Minuten in der Schule. Noch bevorzuge ich den Radweg!
Läuft man da durch, ist man in 5 Minuten in der Schule. Noch bevorzuge ich den Radweg!

Dort wurde ich von Matt, meinem Gastvater, abgeholt. Wir fuhren ca. eine halbe Stunde in den Norden, nach Raumati South. Meine Gastfamilie, bestehend aus Matt, Becky, Archer (6 Jahre), Grace (4 Jahre) und Rufus (8 Monate), wohnt nur wenige hundert Meter von der Te Ra Waldorf School entfernt. Ich wurde sehr nett und locker empfangen und ich fühlte mich gleich wohl.

Queen Elizabeth Park
Queen Elizabeth Park

Am Samstag konnten wir uns zum Mittagessen auf den Rasen im Garten setzen, so warm war die Sonne im Winter! Wir machten einen Familienausflug in ein Vogelreservat und ich sah gleich an meinem ersten Tag in Neuseeland einen Kiwi-Vogel. Am Sonntag sah ich dann die erste Kiwi-Frucht, fast reif an einem Baum hängend!

 

Kurz davor, meinen ersten Tag in der Te Ra Waldorf School zu verbringen, musste ich mich am Montagmorgen übergeben. Ich hatte mich wohl bei Rufus mit einer Magen-Darm-Infektion angesteckt, obwohl er schon wieder gesund war. So machte ich an meinem ersten Diensttag eine Belastungsprobe meines neuen Bettes. Dienstag musste ich dann immer noch pausieren, und so erkundete ich mit einem Spaziergang die Umgebung: Ich lief zum Strand, etwas am grau-schwarzen Sand entlang und durch einen Naturschutzpark zurück nach Hause.

Zentrum der Schule ist ein Rasen-Pentagon
Zentrum der Schule ist ein Rasen-Pentagon

Am Mittwoch konnte ich dann endlich zur Te Ra und wurde gleich von total netten Lehrern begrüßt. Dann gab mir Nick eine kleine Führung durch das Außengelände und eine erste grobe Einweisung. Nick ist der Recourses Manager bzw. Hausmeister, der die Freiwilligen mit Arbeit versorgt.

 

Meine und Theresas regelmäßige Aufgaben sind das Aufräumen des Lehrerzimmers und der Küchen, Wäsche waschen, Klopapier und Seife auffüllen, Müll wegbringen und am Ende des Tages alles abschließen. Unser Wochenplan sieht so aus:

Wochenplan
Wochenplan

Da Nick am Montag nicht in der Schule ist, machen Theresa und ich Montags Gartenarbeit oder arbeiten selbstständig an Projekten. Der Rest der Woche besteht hauptsächlich aus der Abarbeitung der Task List. Auf dieser Liste stehen verschiedene Dinge, die gerade anstehen, wie zum Beispiel Schuppen aufräumen, Hecke schneiden, Zaun und Basketballkorb reparieren, Zebrastreifen erneuern etc.

In den letzten Tagen haben wir Holzblöcke für den Kindergarten eingeölt, Holzbänke angestrichen, Sand in ein sumpfartiges Gebiet geschaufelt (es regnet momentan leider mehr als sonst), Schrauben sortiert, Äste geschreddert, das Schloss des Eingangstors repariert und andere hausmeisterliche Tätigkeiten verrichtet. Mit den Kindern werden wir wahrscheinlich in Zukunft noch mehr zu tun haben. Ich habe die 5. Klasse immerhin schon zweimal beim Spaziergang zum Strand begleitet, der 3. Klasse beim Malen des Hintergrunds für ihr Klassenspiel geholfen und die 6. Klasse in einer Freistunde mit Fußballspielen beschäftigt. In den allermeisten Fällen mache ich diese Aufgaben zusammen mit Theresa.

Meine Technik beim Hochdruckreinigen
Meine Technik beim Hochdruckreinigen
Hintergrund für das Theaterstück „Arche Noah“
Hintergrund für das Theaterstück „Arche Noah“

Ein paar Kinder der 5. Klasse am Paraparaumu Beach
Ein paar Kinder der 5. Klasse am Paraparaumu Beach
Der Oktopus (Te Wheke) ist eine Art Lebensmodell der Maori
Der Oktopus (Te Wheke) ist eine Art Lebensmodell der Maori

Jeden Donnerstag ist eine Lehrerkonferenz. Wir sind zwar nicht verpflichtet, sie zu besuchen, aber weil wir ein IJFD machen, haben wir sogenannte pädagogische Begleitstunden abzuleisten. Einige Lehrerkonferenzen müssen wir also wahrnehmen. Und außerdem gibt es immer ein leckeres Buffet!

 

Ein Höhepunkt der letzten Tage war der Besuch von Dr. Rangimarie Turuki Arikirangi Rose Pere CBE, B.A., Dip Soc, L.Th., M.Phil, Litt.D., international anerkannte Pädagogin, „Wisdom Keeper“ und spirituelle Heilerin. Sie hielt einen Vortrag über traditionelle Lernmethoden der Maori, die bis zu 12.000 Jahre alt sind. Dabei sagte sie viele weise Sätze, wie: Lachen ist wichtig. Alle Kulturen sind eins. Lehrer sind Lernende. Erst wenn man sich selbst liebt, kann man anderen Liebe schenken.

Am Ende des Vortrags sangen wir alle das Lied „Āio ki te Aorangi“. Ich denke, das folgende Video ist deshalb ein guter Abschluss meines ersten Posts aus Neuseeland: https://www.youtube.com/watch?v=dibqL3p5avo